
Garten muss nicht nur im Frühjahr fertig sein. Gerade zu Sommerbeginn entstehen oft Lücken nach Radieschen, Salaten, Spinat oder frühen Aussaaten. Manchmal gehen Setzlinge nicht an, anderswo bleiben Ecken leer, oder man kommt einfach später zum Gärtnern. Das heißt aber nicht, dass Sie bis zur nächsten Saison warten müssen.

Wählen Sie einfach Kulturen, die schnell wachsen, wärmere Temperaturen vertragen oder sich für gestaffelte Aussaaten eignen. Manche bringen schon nach wenigen Wochen Ernte, andere tragen in der zweiten Sommerhälfte. Entscheidend ist, auf Feuchtigkeit zu achten, junge Aussaaten leicht zu beschatten und einen Boden zu wählen, der nicht völlig ausgelaugt ist.
Warum sich spätes Pflanzen lohnt
Späte Aussaaten und Pflanzungen haben einen großen Vorteil: Sie nutzen freie Flächen im Beet optimal aus. Der Boden bleibt nicht leer, verunkrautet weniger und Sie können laufend ernten, statt alles auf einmal reif zu haben.
Außerdem lieben manche Kulturen die warmen Monate regelrecht. Buschbohnen, Zucchini, Gurken, einige Kräuter oder Blattgemüse starten bei guter Bewässerung schnell durch. Allerdings hat die Sommeraussaat andere Ansprüche als die im Frühjahr – vor allem darf sie nicht austrocknen.
1. Radieschen für schnelle Ernte
Radieschen gehören zu den schnellsten Kulturen, die Sie im Garten anbauen können. Wählen Sie eine geeignete Sorte und sorgen Sie für gleichmäßige Feuchtigkeit, können Sie schon nach wenigen Wochen ernten.
Im Sommer ist jedoch Vorsicht bei Hitze geboten. Bei Trockenheit und hohen Temperaturen werden Radieschen holzig, platzen oder schießen in Blüte. Säen Sie sie daher an einen Platz mit etwas Halbschatten oder schützen Sie sie mit Vlies.
2. Salate, Rucola und Blattgemüse
Blattgemüse eignet sich ideal für gestaffelte Aussaaten. Rucola, Blattsalate, Mizuna oder Feldsalat füllen im späteren Sommer schnell freie Stellen. Bei Salaten sollten Sie Sorten wählen, die für den Sommeranbau geeignet sind und weniger zum Schossen neigen.

Das größte Risiko ist Trockenheit. Junge Pflanzen haben flache Wurzeln und welken schnell. Halten Sie den Boden nach der Aussaat stets leicht feucht, aber nicht nass. Bei Hitze hilft ein Vlies oder Halbschatten.
3. Buschbohnen wachsen auch später noch
Buschbohnen sind eine tolle Wahl für die späte Aussaat. Sie wachsen schnell, benötigen keine komplizierte Stütze und keimen bei warmem Wetter gut. Säen Sie sie in gut erwärmte Erde und gießen Sie regelmäßig, können Sie noch im Sommer ernten.
Bohnen mögen keine kalten oder zu nassen Böden, aber bei Wärme gedeihen sie bestens. Säen Sie an einen sonnigen Platz und lassen Sie das Beet vor allem während der Keimung und Schotenbildung nicht austrocknen.
4. Zucchini und Patisson können noch durchstarten
Wenn Sie noch Zucchini- oder Patisson-Setzlinge haben, können diese immer noch eine schöne Ernte bringen. Diese Pflanzen wachsen schnell und beginnen bei ausreichend Wärme, Wasser und Nährstoffen recht bald zu fruchten.
Sie brauchen allerdings Platz. Pflanzen Sie sie nicht dorthin, wo sie zwischen anderen Kulturen eingeengt werden. Zucchini wirken anfangs unscheinbar, bilden aber innerhalb weniger Wochen große Blätter und beanspruchen viel Raum.
5. Gurken in warme Erde
Gurken lieben Wärme. Haben Sie gesunde Setzlinge oder geeignete Bedingungen für die Aussaat, können sie noch wachsen und tragen. Wichtig sind vor allem warmer Boden, regelmäßiges Gießen und ein geschützter Standort.
Gurken vertragen keine Schwankungen. Wenn sie einmal zu viel Wasser bekommen und dann wieder austrocknen, zeigt sich das schnell an Blättern und Früchten. Mulch und Gießen direkt an die Wurzeln – nicht über die Blätter – helfen.
6. Kräuter ins Beet und in Töpfe
Kräuter können Sie fast die ganze Saison über anbauen. Basilikum, Koriander, Dill, Petersilie, Schnittlauch, Minze oder Zitronenmelisse eignen sich für Beet, Balkonkasten oder Topf. Manche wachsen schnell, andere sind langlebig.
Im Sommer achten Sie besonders auf die Bewässerung und darauf, dass Töpfe nicht überhitzen. Kräuter im Topf trocknen viel schneller aus als im Beet. Dafür haben Sie sie aber direkt bei der Küche oder auf der Terrasse griffbereit.
7. Rote Bete
Rote Bete ist eine dankbare Kultur, die auch später noch ausgesät werden kann. Sie müssen nicht immer auf große Knollen warten. Junge Bete wird früher geerntet, ist zart und eignet sich für Salate, zum Backen oder Einlegen.
Rote Bete braucht lockeren Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit. Wenn der Boden austrocknet und dann plötzlich viel Wasser bekommt, wachsen die Knollen ungleichmäßig. Halten Sie die Aussaat bis zum Auflaufen feucht.
8. Möhren für späte Ernte
Möhren können auch später gesät werden, besonders wenn Sie junge Wurzeln oder eine spätere Ernte möchten. Wichtig ist ein feinkrümeliger, steinfreier Boden, damit die Wurzeln gerade wachsen.
Nach der Aussaat ist Austrocknung das größte Problem. Möhren keimen langsam und brauchen konstante Feuchtigkeit. Ein Vlies hält die Feuchte und schützt die Aussaat.
9. Dill wächst schnell, braucht aber Feuchtigkeit
Dill ist ein schnelles Kraut, das Sie mehrfach aussäen können. Es passt zu Gurken, Kartoffeln, Saucen oder zum Einlegen. Im Sommer schießt Dill jedoch schnell in Blüte, daher lieber kleine Mengen gestaffelt säen.
Geben Sie ihm einen feuchten Boden und einen hellen Standort. Wenn Sie vor allem Blätter möchten, ernten Sie regelmäßig und lassen Sie die Pflanzen nicht zu groß werden.
10. Mangold als Spinatersatz
Mangold ist ein hervorragendes Blattgemüse, das wärmere Temperaturen besser verträgt als klassischer Spinat. Sie können die Blätter nach und nach ernten und für Suppen, Pfannengerichte, Füllungen oder als Beilage verwenden.
Er benötigt nährstoffreichen Boden und regelmäßige Bewässerung. Bei guten Bedingungen bildet er kräftige Blätter und bleibt lange im Beet. Außerdem sieht er auch in Zier-Nutzgärten attraktiv aus.
Was Sie auf freie Flächen nach der ersten Ernte pflanzen können
Nach Radieschen, frühem Salat oder Spinat bleiben oft freie Reihen. Genau dort können Sie weitere schnelle Kulturen aussäen. Geeignet sind Rucola, Blattsalate, Rote Bete, Bohnen, Dill oder Kräuter.
Lockern Sie den Boden vor der neuen Aussaat leicht auf, entfernen Sie Wurzelreste und geben Sie etwas Kompost dazu. Nach der ersten Kultur kann der Boden ausgelaugt und trocken sein – es lohnt sich, ihn vorzubereiten.
Worauf Sie bei Hitze achten sollten
Sommeraussaaten scheitern meist an Trockenheit. Die Samen keimen, dann trocknet der Boden aus und die jungen Pflanzen sterben ab. Gießen Sie daher vorsichtig, aber regelmäßig, bis die Pflanzen gut aufgelaufen sind.
Vlies, leichte Beschattung oder Aussaat am Abend helfen. Gießen Sie das Beet nach der Aussaat nicht mit starkem Wasserstrahl, damit die Samen nicht ausgeschwemmt werden.
Wie Sie den Boden für die zweite Aussaat vorbereiten
Nach der ersten Ernte ist der Boden oft verdichtet, trocken oder ausgelaugt. Lockern Sie die Oberfläche, entfernen Sie Unkraut und arbeiten Sie etwas reifen Kompost ein. Dann das Beet gut wässern und erst danach aussäen.
Eine Überdüngung ist nicht nötig. Bei schnellen Kulturen reicht oft eine leichte Unterstützung statt starker Düngergaben. Zu viel Stickstoff fördert bei Blattgemüse zwar üppiges Wachstum, aber nicht immer bessere Qualität.
Wann Sie besser nicht säen sollten
Säen Sie nicht in ausgetrockneten, harten und ungepflegten Boden. Die Samen würden schlecht keimen und die Setzlinge unnötigen Stress bekommen. Vermeiden Sie auch das Pflanzen in der größten Mittagshitze.
Stehen mehrere extrem heiße Tage bevor, warten Sie lieber oder schützen Sie die Aussaat gut. Lieber ein paar Tage später mit guter Vorbereitung starten, als in Bedingungen säen, bei denen alles vertrocknet.
Die häufigsten Fehler bei später Aussaat
- Aussaat in trockenen, ungepflegten Boden.
- Unregelmäßiges Gießen nach der Aussaat.
- Auswahl von Kulturen, die nicht mehr ausreifen.
- Zu dichte Aussaat ohne Ausdünnen.
- Pflanzen in überhitzte Gefäße ohne Schutz.
- Kompost nach der ersten Ernte vergessen.
- Gießen mit starkem Strahl, der Samen ausschwemmt.
Schneller Überblick: Was Sie noch probieren können
- Schnelle Ernte: Radieschen, Rucola, Blattsalate, Dill.
- Sommerernte: Buschbohnen, Zucchini, Gurken aus Setzlingen.
- Wurzelgemüse: Rote Bete, junge Möhren.
- Kräuter: Basilikum, Koriander, Petersilie, Schnittlauch, Minze.
- Blattgemüse: Mangold, Mizuna, Feldsalat später in der Saison.
Ein leeres Beet ist schade
Es ist noch nicht zu spät zum Pflanzen, wenn Sie die richtigen Kulturen wählen und die Pflege an das Wetter anpassen. Sommeraussaaten brauchen vor allem Feuchtigkeit, lockeren Boden, etwas Nährstoffe und Schutz vor großer Hitze. Gelingt die Aussaat, können Sie noch im Sommer ernten oder die Saison bis in den Herbst verlängern.
Sie müssen nicht gleich den ganzen Garten bepflanzen. Ein kleiner Streifen Rucola, ein paar Bohnen, einige Kräuter oder ein freier Platz nach dem Salat für Rote Bete – jede solche Stelle kann zusätzliche Ernte bringen, statt zu verunkrauten.
Sie können Radieschen, Rucola, Blattsalate, Bohnen, Dill, rote Beete, junge Karotten, Mangold oder einige Kräuter ausprobieren. Es hängt immer vom Wetter, dem Boden und der Dauer der Saison in Ihrer Region ab.
Am häufigsten wegen Trockenheit und überhitztem Boden. Die Samen benötigen eine stabile Feuchtigkeit. Es hilft, abends zu säen, sanft zu gießen und leicht mit Vlies abzudecken.
Wenn Sie kräftige Setzlinge und ausreichend warmes Wetter haben, können sie noch wachsen und Früchte tragen. Sie benötigen jedoch Wärme, Platz, regelmäßige Bewässerung und nährstoffreichen Boden.
An den freien Platz können Sie Rucola, Blattsalat, Bohnen, rote Beete, Dill oder Kräuter setzen. Bereiten Sie den Boden vor der Aussaat auf und fügen Sie etwas Kompost hinzu.
Warten Sie, wenn der Boden heiß, hart und völlig trocken ist oder wenn mehrere extrem heiße Tage bevorstehen. Es ist besser, den Boden vorzubereiten, zu gießen und abends oder vor milderem Wetter zu säen.



















