Startseite Garten

Liebstöckel im Garten: Das Suppenkraut, das fast von selbst wächst. Vermeiden Sie diese 3 Fehler

0
Liebstöckel im Garten: Richtig gießen
Liebstöckel gehört zu den dankbarsten Kräutern, die Sie im Garten anbauen können. Schon ein paar Blätter verleihen einer einfachen Suppe, Kartoffeln oder Soße ein intensives Aroma. Damit die Pflanze jedoch kräftig, sattgrün und den ganzen Sommer über üppig wächst, sollten Sie einige häufige Fehler vermeiden.

Auf den ersten Blick wirkt Liebstöckel wie ein anspruchsloses Kraut, das fast überall gedeiht. Und das stimmt bis zu einem gewissen Grad auch. Hat er sich im Garten erst einmal etabliert, kann er viele Jahre wachsen, einen kräftigen Horst bilden und jede Saison viele aromatische Blätter liefern. Dennoch kann es passieren, dass er gelb wird, ausdünnt, frühzeitig blüht oder an Kraft verliert.

Meistens liegt es nicht an einer schlechten Jungpflanze, sondern an einem ungeeigneten Standort, falscher Bewässerung oder vernachlässigtem Rückschnitt. Liebstöckel liebt nährstoffreiche, leicht feuchte Erde und ausreichend Platz. Wenn Sie ihm diese Bedingungen bieten, belohnt er Sie mit intensivem Duft und einer reichen Blatternte.

Wohin Liebstöckel pflanzen, damit er gedeiht

Liebstöckel wächst am besten an einem Platz mit viel Licht, der aber nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne liegt. Ideal ist ein sonniger Standort mit etwas Schatten oder Halbschatten, wo der Boden nicht so schnell austrocknet. An zu trockenen und heißen Plätzen verlieren die Blätter ihre Frische, werden gelb und die Pflanze wächst schlechter.

Wichtig ist auch der Platzbedarf. Liebstöckel ist kein kleines Kräutlein für eine Ecke. Wenn er sich wohlfühlt, kann er eine stattliche Pflanze mit hohen Stängeln und großen Blättern werden. Pflanzen Sie ihn deshalb nicht zu nah an zartere Kräuter, die er mit der Zeit verdrängen könnte.

Fehler Nr. 1: Zu trockener Standort

Einer der häufigsten Fehler ist das Pflanzen von Liebstöckel an einen trockenen, nährstoffarmen und überhitzten Platz. Die Pflanze verkraftet zwar kurzfristige Trockenheit, aber wenn sie dauerhaft darunter leidet, sieht man das schnell an den Blättern. Sie verlieren ihr sattes Grün, werden gelb und die Ernte fällt mager aus.

Der Boden rund um den Liebstöckel sollte gleichmäßig feucht, aber nicht matschig sein. Im heißen Sommer lohnt es sich, morgens oder abends direkt an die Wurzeln zu gießen. Auch Mulch aus Rasenschnitt, Stroh oder Laub hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Tipp: Wenn Liebstöckel an heißen Tagen regelmäßig schlapp macht, müssen Sie nicht sofort nachgießen. Prüfen Sie zuerst den Boden ein paar Zentimeter unter der Oberfläche. Die Oberfläche kann trocken sein, während die Pflanze in der Tiefe noch genug Feuchtigkeit hat.
Liebstöckel im Garten: Richtig gießen

Fehler Nr. 2: Staunässe und schwerer Boden

Liebstöckel mag Feuchtigkeit, verträgt aber keine dauerhafte Staunässe. Steht er in schwerem, lehmigem Boden, in dem sich nach Regen das Wasser staut, können die Wurzeln Schaden nehmen. Die Pflanze wird dann schwach, die Blätter vergilben und sie wirkt insgesamt kraftlos.

Verbessern Sie den Boden bei der Pflanzung mit Kompost und – falls nötig – mit Material, das ihn lockerer macht. Wichtig ist, dass das Wasser nicht dauerhaft an den Wurzeln steht. In Töpfen müssen immer Abzugslöcher vorhanden sein, sonst wird der Liebstöckelanbau schnell zum Problem.

Achtung: Welkende Blätter bedeuten nicht immer Wassermangel. Ist der Boden nass und der Liebstöckel lässt trotzdem die Blätter hängen, liegt das Problem meist an zu viel Nässe.

Fehler Nr. 3: Zu frühes Blühenlassen

Sobald Liebstöckel zu blühen beginnt, steckt die Pflanze ihre Energie vor allem in die Blütenstängel und Samenbildung. Die Blätter werden dann oft härter, weniger zart und die Pflanze wirkt nicht mehr so frisch. Wenn Sie Liebstöckel hauptsächlich in der Küche verwenden möchten, sollten Sie die Blütenstängel rechtzeitig entfernen.

Regelmäßiger Rückschnitt fördert den Neuaustrieb und hält die Pflanze kompakter. Sie können Liebstöckel ruhig kräftiger zurückschneiden, wenn er gesund und gut eingewurzelt ist. Meist treibt er danach wieder aus und bildet frische, junge Blätter.

Praxistipp: Ernten Sie die Blätter regelmäßig. Warten Sie nicht, bis die Pflanze zu groß wird und an Kraft verliert. Junge Blätter sind in der Küche am aromatischsten.

Wie Liebstöckel richtig gießen

Die Bewässerung sollte regelmäßig, aber maßvoll erfolgen. Liebstöckel schätzt einen feuchteren Boden vor allem nach dem Pflanzen, bei Sommerhitze und beim Anbau im Topf. Im Beet kommt eine ältere Pflanze meist besser zurecht, weil sie ein kräftigeres Wurzelsystem hat.

Am besten gießen Sie direkt an die Wurzeln und vermeiden unnötiges Befeuchten der Blätter. So bleibt das Laub im dichten Bestand trockener und das Risiko für Blattkrankheiten sinkt. Nach einem kräftigen Regen ist meist keine zusätzliche Bewässerung nötig.
Liebstöckel gießen: Tipps für gesunde Pflanzen

Womit Liebstöckel düngen

Liebstöckel gehört zu den Kräutern, die einen nährstoffreichen Boden schätzen. Im Frühjahr können Sie gut verrotteten Kompost um die Pflanze einarbeiten. Ein gut etablierter Liebstöckel benötigt in der Regel keine aufwändige Düngung.

Vermeiden Sie jedoch zu starke Düngergaben, vor allem zu viel Stickstoff. Die Pflanze würde zwar schnell Blätter bilden, diese wären aber weniger fest und aromatisch. Bei Kräutern lohnt sich eher eine maßvolle, natürliche Düngung als das Streben nach schnellem Wachstum.

Lässt sich Liebstöckel im Topf anbauen?

Ja, Liebstöckel kann auch im Topf kultiviert werden, benötigt dafür aber ausreichend Platz. Ein kleiner Blumentopf reicht auf Dauer nicht aus. Besser ist ein größerer, tieferer Topf, hochwertige Erde und regelmäßigeres Gießen, da die Erde im Topf schneller austrocknet als im Beet.

Der Anbau im Topf eignet sich vor allem für Terrasse oder einen größeren Balkon. Der Vorteil: Sie haben das Kraut in Küchennähe und können die Bodenfeuchte besser kontrollieren. Nachteilig ist der geringere Wurzelraum, sodass die Pflanze meist nicht so groß wird wie im Freiland.

Wann und wie Liebstöckel ernten

Die Blätter des Liebstöckels können Sie nach Bedarf laufend ernten. Am besten schmecken die jungen, frischen Blätter – sie sind besonders aromatisch und eignen sich gut für Suppen, Soßen, Brühen, Kartoffelgerichte oder Marinaden. Schon kleine Mengen reichen, da Liebstöckel sehr intensiv ist.

Reißen Sie bei der Ernte nicht die ganze Pflanze auf einmal ab, vor allem wenn sie noch jung oder im Aufbau ist. Bei älteren Pflanzen können Sie hingegen während der Saison einen kräftigeren Rückschnitt vornehmen. Meist treibt Liebstöckel danach erneut aus und liefert frische Blätter.

Wie Liebstöckel für den Winter haltbar machen

Wenn Sie viel Liebstöckel haben, lässt er sich leicht haltbar machen. Am einfachsten ist das Einfrieren gehackter Blätter. Kleine Beutel, Dosen oder Eiswürfelformen, in die Sie gehackten Liebstöckel mit etwas Wasser geben, eignen sich gut. Im Winter können Sie dann einfach einen Würfel in die Suppe oder Brühe geben.

Liebstöckel lässt sich auch trocknen, dabei geht jedoch etwas Aroma verloren. Wenn Sie das intensivste Aroma erhalten möchten, ist Einfrieren meist praktischer. Eine weitere Möglichkeit ist Liebstöckelsalz oder eine selbstgemachte Kräutermischung.
Liebstöckel einfrieren oder trocknen

Worauf Sie bei Krankheiten und Schädlingen achten sollten

Liebstöckel ist recht robust, aber bei ungünstigen Bedingungen können Flecken auf den Blättern, Rost oder allgemeine Schwäche auftreten. Meist begünstigen Staunässe, dichter Wuchs und schlechte Luftzirkulation solche Probleme.

Entfernen Sie befallene oder stark geschädigte Blätter am besten sofort. Gießen Sie nicht unnötig über das Laub und achten Sie darauf, dass die Umgebung nicht zu feucht und geschlossen ist. Wenn die Probleme jedes Jahr wiederkehren, sollten Sie einen luftigeren Standort in Betracht ziehen.

Liebstöckel ist pflegeleicht, wenn die Bedingungen stimmen

Liebstöckel kann eines der dankbarsten Kräuter im Garten sein. Er braucht vor allem nährstoffreichen Boden, ausreichende Feuchtigkeit, genügend Platz und gelegentlichen Rückschnitt. Wenn Sie ihn nicht austrocknen lassen, ihn nicht im nassen Boden stehen lassen und die Blütenstängel rechtzeitig entfernen, wächst er den Großteil der Saison kräftig nach.

Schon ein paar Blätter geben einfachen Gerichten mehr Geschmack. Deshalb lohnt es sich, Liebstöckel im Garten, auf der Terrasse oder im größeren Topf in Küchennähe zu haben.

Auf FB teilen

KOMMENTAR HINTERLASSEN

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!