
Der Tomatenanbau ist die beliebteste Disziplin unter deutschen Hobbygärtnern. Doch oft passiert es, dass die Pflanzen trotz sorgfältigem Gießen und Düngen zwar üppig wachsen, aber nur wenige, kleine oder sehr spät reifende Früchte tragen. Der Grund ist meist ein grundlegender Fehler: Vernachlässigtes oder falsches Ausgeizen.
Lässt man Tomaten wild wachsen, steckt die Pflanze ihre gesamte Energie in die Bildung neuer Blätter und Triebe – auf Kosten der Früchte. In diesem Artikel erfahren Sie, wie man Stabtomaten richtig ausgeizt, wie Sie unerwünschte Geiztriebe sicher erkennen und bei welchen Sorten Sie besser die Finger davon lassen.
Warum ist das Ausgeizen von Tomaten der Schlüssel zum Erfolg?
Tomaten haben die natürliche Tendenz, ständig neue Seitentriebe – sogenannte Geiztriebe – zu bilden. Werden diese nicht entfernt, verwandelt sich die Pflanze schnell in einen undurchdringlichen Dschungel. Das bringt gleich mehrere gravierende Probleme mit sich:
- Weniger Energie für die Früchte: Die Pflanze muss eine große Menge an Blattmasse versorgen und hat dadurch weniger Kraft für die Entwicklung und Reifung der Tomaten.
- Hohes Risiko für Pilzkrankheiten: Ein dichter Tomatenstrauch trocknet nach Regen oder Morgentau nur langsam ab. Das feuchte Klima im Blattdickicht ist ein idealer Nährboden für gefürchtete Kraut- und Braunfäule.
- Schlechte Sonneneinstrahlung: Früchte, die unter einer dicken Blätterschicht versteckt sind, bekommen zu wenig Licht und Wärme, um rot und süß zu werden.
Wie erkennt man einen Geiztrieb (Seitentrieb) sicher?
Gerade für Anfänger ist es manchmal verwirrend, was entfernt werden muss und was bleiben darf. Die Regel ist dabei ganz einfach: Stabtomaten werden in der Regel an einem Haupttrieb gezogen. Alles andere, was davon seitlich abzweigt, muss weg.

Der Geiztrieb (umgangssprachlich auch „Wassertrieb“ genannt) wächst immer in der Blattachsel. Das ist genau die Stelle (der Winkel), an der der Hauptstamm in ein waagerechtes Blatt übergeht. Genau an dieser Verbindung beginnt mit der Zeit ein neuer, junger Trieb zu wachsen. Das ist der Geiztrieb, den Sie entfernen sollten.
Sind die Triebe noch klein (ca. 3 bis 5 cm), lassen sie sich ganz einfach mit den Fingern ausbrechen. Wenn Sie länger nicht im Garten waren und der Geiztrieb bereits größer ist, brechen Sie ihn vorsichtig mit dem Fingernagel ab, damit Sie nicht versehentlich einen langen Streifen Rinde vom Hauptstamm abreißen. Falls Sie der Pflanze dabei versehentlich schaden oder sie schlapp macht, lesen Sie, wie Sie schlappe Jungpflanzen nach dem Auspflanzen retten können.
Vorsicht bei der Sorte: Welche Tomaten dürfen niemals ausgegeizt werden?
Bevor Sie mit den Fingern loslegen, sollten Sie wissen, welche Tomatensorte Sie überhaupt anbauen:
| Tomatentyp | Muss ausgegeizt werden? | Wuchsform |
|---|---|---|
| Stabtomaten | JA, konsequent und regelmäßig | Wachsen unbegrenzt in die Höhe, benötigen eine Stütze. |
| Buschtomaten | NEIN, niemals | Wachsen bis zu einer bestimmten Höhe, verzweigen sich selbst und bilden viele Früchte. |
| Balkon- / Hängende Tomaten | NEIN | Kleine Sorten für Kästen, reich verzweigt – das ist erwünscht. |
Bei Buschtomaten wäre das Ausgeizen ein fataler Fehler – Sie würden ganze fruchttragende Zweige entfernen und die Pflanze würde kaum noch tragen.
Nächster Schritt: Entfernen der unteren Blätter
Neben dem Ausbrechen der Geiztriebe empfiehlt es sich im Juni und Juli, nach und nach auch die unteren Blätter der Tomatenpflanzen zu entfernen. Das betrifft die Blätter, die den Boden berühren oder knapp darüber hängen. Die Erde ist oft Quelle für Pilzsporen, und beim Gießen oder Regen spritzt Wasser direkt auf diese unteren Blätter.

Sobald sich am untersten Fruchtstand die ersten grünen Tomaten bilden und größer werden, können Sie alle Blätter unterhalb dieses Fruchtstandes nach und nach ausbrechen. Die Pflanze kann dann besser atmen und die Früchte bekommen mehr Licht.
Regelmäßige Gartenpflege zahlt sich also aus. Und wenn Sie neben Fruchtgemüse auch beliebte Kräuter im Beet oder Balkonkasten ziehen, hilft Ihnen vielleicht auch die praktische Anleitung, wie Sie Schnittlauch richtig pflegen, damit Sie die ganze Saison Freude daran haben.
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Hefe wird als hausgemäße Unterstützung für das Wachstum und das Bodenleben verwendet. Sie kann gesunde und verwurzelte Pflanzen sanft anregen, ist aber kein vollständiger Dünger.
Sobald die Tomaten nach der Pflanzung anwachsen, neue Blätter bilden und der Boden nicht nass ist. Direkt nach der Pflanzung ist es besser, die Pflanzen verwurzeln zu lassen.























