
Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebeln und eine ordentliche Schicht Schweineschmalz ergeben den einfachen altböhmischen Camprat – also einen großen Kartoffelpuffer, der im Ofen gebacken wird. Außen und an den zerrissenen Rändern ist er wunderbar knusprig, innen bleibt er saftig und bei der Zubereitung muss man nicht am spritzenden Herd stehen.
Dieses Rezept wird in nur einer Auflaufform gebacken und der wichtigste Trick ist das heiße Schmalz zusammen mit dem wiederholten Wenden und Zerreißen des Teigs. Camprat kann pur serviert werden, oder nach Geschmack mit Wurst oder Sauerkraut ergänzt werden – so entsteht ein sättigendes hausgemachtes Abendessen.
Was wir brauchen
Für den Kartoffelteig:
- 1 kg Kartoffeln,
- 1 Becher heiße Milch,
- 1 Becher Weizenmehl (glatt),
- 2 Eier,
- eine dicke Schicht hochwertiges Schweineschmalz zum Ausfetten der Auflaufform.
Zum Würzen:
- 1 kleine Zwiebel,
- 3 Knoblauchzehen,
- ½ Teelöffel Salz oder nach Geschmack,
- optional eine Handvoll getrockneter Majoran oder eine Prise Pfeffer.
Für optionale Verfeinerung:
- in Würfel geschnittene Wurst, zum Beispiel Speck oder Krakauer,
- oder eine Handvoll gut ausgedrücktes Sauerkraut.
Das Originalrezept gibt keine genauen Mengen für die optionalen Zutaten an, daher passen wir sie dem gewünschten Geschmack und der Teigkonsistenz an.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Kartoffeln vorbereiten: Die rohen Kartoffeln schälen und grob in eine große Schüssel reiben. Möglichst zügig arbeiten, damit die geriebenen Kartoffeln an der Luft nicht braun werden.
2. Heiße Milch hinzufügen: Die geriebenen Kartoffeln sofort mit einem Becher heißer Milch übergießen und gründlich vermengen. Die heiße Milch hilft, die schöne Farbe des Kartoffelteigs zu erhalten und sorgt für eine saftige Konsistenz.
3. Teig würzen: Die Zwiebel fein hacken oder reiben und zu den Kartoffeln geben. Den gepressten Knoblauch, die Eier und das Salz untermischen, nach Belieben auch getrockneten Majoran oder eine Prise Pfeffer, wenn man den klassischen Kartoffelpuffer-Geschmack mag.
4. Mehl einarbeiten: Das Mehl nach und nach unter die Masse rühren. Der Teig sollte weder zu fest noch zu flüssig sein, sondern so beschaffen, dass er bequem in die Auflaufform gegossen werden kann. Anschließend einige Minuten ruhen lassen.
5. Ofen und Schmalz erhitzen: Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Eine dicke Schicht Schweineschmalz in die Auflaufform geben und diese in den Ofen stellen, damit das Schmalz richtig heiß wird. Dadurch bildet sich auf der Unterseite des Camprat schnell eine Kruste und der Teig klebt nicht an.
6. Teig eingießen: Die heiße Auflaufform vorsichtig aus dem Ofen nehmen und den ruhenden Kartoffelteig direkt in das heiße Schmalz gießen. Die Form ohne Verzögerung zurück in den Ofen schieben, damit der Teig sofort zu braten beginnt.
7. Erstes Wenden und Zerreißen: Sobald die Ränder anfangen zu bräunen und goldgelb werden, den Camprat mit einem Pfannenwender oder Spatel direkt in der Form wenden. Beim Wenden den Teig absichtlich in mehrere unregelmäßige Stücke reißen, denn gerade an den zerrissenen Kanten entsteht noch mehr knusprige Oberfläche.
8. Fertigbacken: Die Form zurück in den Ofen geben und das Wenden und Zerreißen während des Backens noch einige Male wiederholen. Insgesamt wird der Camprat etwa 40 Minuten gebacken, die genaue Zeit hängt von der Größe der Form und dem gewünschten Knusprigkeitsgrad ab.
9. Servieren: Den fertigen Camprat warm servieren, in unregelmäßige knusprige Stücke geteilt. Er eignet sich als eigenständiges Abendessen oder als Snack – am besten schmeckt er frisch aus dem Ofen.
Warum wird der Camprat beim Backen zerrissen?
Das Zerreißen ist nicht nur eine traditionelle Servierweise. Durch das Teilen des großen Kartoffelpuffers in kleinere, unregelmäßige Stücke entstehen mehr Ränder, die im heißen Schmalz goldbraun und knusprig werden. Das wiederholte Wenden sorgt zudem dafür, dass die einzelnen Stücke von mehreren Seiten durchgebacken werden.
Deshalb wird der Camprat nicht erst nach dem Backen zerrissen. Man beginnt damit, sobald die Ränder rosa und goldgelb werden, und wiederholt diesen Vorgang während der etwa vierzigminütigen Backzeit mehrmals.
Wie passt man die Teigkonsistenz an?
Der richtige Teig lässt sich in die Form gießen, ist aber nicht so dünn wie Wasser. Das Mehl wird daher nach und nach eingearbeitet und die Konsistenz der Masse beobachtet. Nach dem Vermengen lässt man sie, wie im Originalrezept beschrieben, einige Minuten ruhen.
Wenn Sauerkraut zugegeben wird, sollte es vorher wirklich gut ausgedrückt werden. Zu viel Flüssigkeit könnte den Teig zu dünn machen und die Bildung knuspriger Ränder erschweren.
Tipp zum Schluss
Für eine herzhaftere Variante kann man gewürfelte Wurst, zum Beispiel Speck oder Krakauer, unter den vorbereiteten Teig mischen. Eine andere Möglichkeit ist eine Handvoll gut ausgedrücktes Sauerkraut. In beiden Fällen entsteht ein sättigendes Abendessen aus nur einer Auflaufform.




















