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Die Kollegin ist freitags für die Reinigung der Kaffeemaschine zuständig – doch jedes Mal schiebt sie es auf Zeitmangel, und montags wächst im Kaffeesatz Schimmel

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Lukas Neudert
Er teilt praktische Tipps und Inspirationen für den Alltag — vom Kochen über den Garten bis zum Haushalt.
Folgen von Regelverstößen.

In unserem Planungsbüro arbeiten etwa fünfzehn Menschen, und guter Kaffee ist für uns alle ein unverzichtbarer Treibstoff für die tägliche Arbeit an Zeichnungen und technischen Berichten. In der kleinen Büroküche steht eine große, professionelle Kaffeemaschine für Bohnenkaffee, die uns die Geschäftsleitung spendiert hat, damit wir uns wohlfühlen. So ein modernes und teures Gerät erfordert jedoch regelmäßige Pflege. Jeden Tag muss die Abtropfschale geleert werden, und vor allem am Freitagnachmittag vor dem Wochenende ist es absolut notwendig, die gesamte Kaffeemaschine gründlich zu reinigen – die Brühgruppe herausnehmen, die Milchdüsen durchspülen und vor allem den Behälter für den gebrauchten Kaffeesatz, den sogenannten Trester, sorgfältig ausleeren und waschen.

Damit die Wartung nicht im Chaos endet, haben wir im Büro einen fairen wöchentlichen Reinigungsplan eingeführt. Jeden Freitag war ein bestimmter Mitarbeiter an der Reihe, der vor Feierabend die Kaffeemaschine in zehn Minuten auseinandernehmen, reinigen und zum Trocknen aufstellen sollte. Alle hielten sich daran und nahmen es als selbstverständlich hin. Bis auf unsere Kollegin Veronika.

Folgen von Regelverstößen.

Veronika arbeitet in der Verwaltung, kommt gerne bis zu fünfmal am Tag in die Küche, um sich ein großes Cappuccino mit viel Milchschaum zu machen, aber jegliche Pflichten rund um die Reinigung der Gemeinschaftsräume waren für sie absolutes Tabu. Immer wenn laut Plan an der Pinnwand der Freitag auf sie fiel, war Ärger vorprogrammiert. Veronika hatte stets eine dramatische Ausrede parat. Genau in dem Moment, wenn es gegen halb vier auf das Ende des Arbeitstages zuging, packte sie ihre Sachen in die Handtasche, setzte einen erschrockenen Blick auf und verkündete vor dem ganzen Büro, dass ihr Zug aufs Landhaus in sieben Minuten abfährt, der Arzt gleich die Praxis schließt oder zu Hause ein Wasserrohr gebrochen sei – und mit lautem Abschied verschwand sie aus dem Gebäude.

Die Kaffeemaschine ließ sie natürlich in einem völlig desolaten Zustand zurück. Über das Wochenende, wenn im Büro nicht geheizt wurde oder im Sommer stickige Hitze herrschte, blieb der feuchte Kaffeesatz im Plastikbehälter eingeschlossen. Das Ergebnis war jedes Mal einfach nur ekelhaft.

Am Montagmorgen, wenn sich das ganze Team auf den ersten Kaffee vor der anstrengenden Besprechung freute, erwartete uns in der Küche das reinste Hygiene-Desaster. Kaum öffnete man die Kaffeemaschine, schlug einem ein schwerer, muffiger Modergeruch entgegen. Der gesamte Tresterbehälter war mit einer dicken Schicht weiß-grünem, pelzigem Schimmel überzogen, der bis in die Dichtungen der Brühgruppe und die inneren Kunststoffwände wucherte. Statt um acht Uhr mit der Arbeit zu beginnen, musste einer der Kollegen Gummihandschuhe, Bürste und Desinfektionsmittel holen und eine halbe Stunde lang mit Widerwillen den Schimmel aus dem Gerät schrubben, aus dem wir eigentlich unsere Getränke trinken wollten.

Als Veronika am Montag gegen neun mit einem Lächeln im Büro erschien, konfrontierten die Kolleginnen sie mit der verdorbenen Kaffeemaschine. Doch statt sich zu entschuldigen, reagierte Veronika beleidigt und verteidigte sich wütend, dass sie nichts dafür könne, weil sie eben den Zug erwischen musste, und dass wir uns wegen ein bisschen altem Kaffee nicht so anstellen sollten. Sie behauptete, sie hätte es am Montagmorgen machen wollen, aber wir seien einfach zu ungeduldig gewesen und hätten ihr keine Gelegenheit gelassen. Das gleiche Szenario wiederholte sich einen Monat später, als sie die Maschine sogar mit saurer Milch in der Leitung eingeschaltet ließ.

Letzte Woche war das Fass endgültig voll. Am Freitag zeigte Veronika wieder ihren eingeübten Sprint zum Zug, und am Montagmorgen war die Kaffeemaschine erneut komplett verschimmelt. Diesmal übernahm jedoch niemand von uns die Reinigung. Unser Projektleiter griff zum Handy, fotografierte das gesamte schimmelige Chaos im Detail und schickte die Bilder mit einer offiziellen Beschwerde wegen grober Missachtung der Hygienestandards und Beschädigung von Firmeneigentum an die Personalabteilung und den Niederlassungsleiter.

Als Veronika an ihren Platz kam, wartete bereits eine Einladung ins Chefbüro auf sie. Der Chef teilte ihr ohne jede Nachsicht mit, dass, wenn sie sich weiterhin weigere, die Teamregeln zu respektieren und die Kaffeemaschine immer wieder verschimmeln lasse, das Unternehmen für jeden ihrer Freitage einen externen Reinigungsdienst bestellen werde – und die gesamten Kosten dafür von ihrem Bonus abgezogen würden. Außerdem wurde ihr auferlegt, im gesamten folgenden Monat die Kaffeemaschine jeden einzelnen Tag zu reinigen, unabhängig vom Plan.

Zwar beklagte sich Veronika unter Tränen, dass alle gegen sie seien, aber seitdem steht sie freitags schon um halb drei mit Lappen und Bürste in der Küche. Für unser ganzes Büro war das eine riesige Erleichterung – am Montagmorgen gibt es endlich wieder duftenden Kaffee, und niemand muss mehr den ekelhaften Dreck einer verantwortungslosen Kollegin beseitigen.

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