
Sie holen die Winterdecke aus dem Schrank, breiten sie auf dem Bett aus und statt frischer Bettwäsche steigt Ihnen ein muffiger Geruch in die Nase. Die erste Reaktion ist oft, sie sofort in die Waschmaschine zu stecken. Das ist aber nicht immer nötig – und bei manchen Füllungen kann unüberlegtes Waschen sogar mehr schaden als nützen.
Legen Sie die Decke zuerst aus und begutachten Sie sie sorgfältig. Wichtig ist, ob sie komplett trocken ist, keine Flecken aufweist und ob der Geruch nach dem Lüften schwächer wird. Danach entscheiden Sie, wie Sie weiter vorgehen.
Wann reicht Lüften aus?
Probieren Sie das Lüften als Erstes, wenn die Decke sich trocken und sauber anfühlt, keine auffälligen Flecken hat und nur ein leichter Geruch vom langen Lagern wahrnehmbar ist. Bei Daunenfüllungen kann zudem der natürliche Eigengeruch auftreten, der nach dem Auspacken meist schnell verfliegt.
Schütteln Sie die Decke kräftig aus und legen Sie sie über einen breiten Wäscheständer, sodass sie nicht mehrfach gefaltet ist. An einem trockenen Tag können Sie sie draußen an einem geschützten Ort lüften. Ist es draußen feucht, lassen Sie sie ausgebreitet im Zimmer liegen und lüften Sie kurz und intensiv. Nach ein paar Stunden wenden Sie die Decke und kontrollieren auch die Mitte der Füllung.
Lassen Sie die Decke nur draußen, wenn sie wirklich trocknet und lüftet. Herbstnebel, Regen oder feuchte Abendluft können sonst zusätzliche Feuchtigkeit in die Decke bringen. Verschwindet der Geruch nach dem Lüften und ist die Füllung überall trocken, können Sie die Decke beziehen.

Wann ist es Zeit zum Waschen?
Waschen ist sinnvoll, wenn der Geruch nach gründlichem Lüften bleibt, auf der Oberfläche typische Gebrauchsflecken zu sehen sind oder Sie die Decke vor dem Einlagern im Sommer nicht gereinigt haben. Überdecken Sie den Geruch in diesem Fall nicht einfach mit Textilspray.
Bevor Sie die Waschmaschine starten, suchen Sie das Pflegeetikett. Es gibt die Waschtemperatur, die Möglichkeit zum Trocknen im Trockner und auch an, ob die Decke überhaupt zu Hause gewaschen werden darf. Eine Temperatur gilt nicht für Daunen-, Synthetik- und Wollfüllungen gleichermaßen.

Wie wäscht man eine Decke, ohne die Füllung zu beschädigen?
- Kontrollieren Sie Nähte und Bezug. Falls irgendwo ein Loch ist, reparieren Sie es vor dem Waschen, damit keine Füllung in die Trommel gelangt.
- Stellen Sie sicher, dass die Decke locker in die Waschmaschine passt. Sie wird durch das Wasser deutlich schwerer. Ist die Trommel schon im trockenen Zustand voll, nutzen Sie eine größere Maschine oder eine professionelle Wäscherei.
- Wählen Sie Programm und Waschmittel nach dem Etikett. Überdosieren Sie das Waschmittel nicht; Rückstände lassen sich aus der voluminösen Füllung nur schwer ausspülen.
- Beginnen Sie nach dem Waschen sofort mit dem Trocknen. Lassen Sie die Decke nicht stundenlang nass in der Maschine oder im Korb liegen.
Bei Decken mit Hohlfaserfüllung ist das Waschen zu Hause meist unkomplizierter, manche können sogar an der Luft getrocknet werden. Daunen erfordern mehr Aufmerksamkeit: Innen kann es feucht bleiben, auch wenn die Oberfläche sich trocken anfühlt. Erlaubt das Etikett den Trockner, nutzen Sie eine ausreichend große Trommel und das passende Programm. Trocknerbälle helfen, die Füllung während des Trocknens aufzulockern. Unterbrechen Sie das Trocknen mehrmals, schütteln Sie die Decke auf und kontrollieren Sie das Innere.
Eine Decke, die innen noch feucht ist, gehört weder ins Bett noch zurück in den Schrank. Wenn Sie zu Hause keine Möglichkeit haben, eine voluminöse Daunendecke vollständig zu trocknen, ist es besser, das Waschen einer Wäscherei zu überlassen. Beim Trocknen in der Wohnung achten Sie auch auf die Feuchtigkeitsabfuhr; weitere praktische Tipps finden Sie im Artikel warum Wäsche im Herbst tagelang trocknet.

Was tun bei starkem Geruch und Flecken?
Wenn die Decke beim Auspacken feucht wirkt, fleckig ist wie von Schimmel oder auch nach dem Lüften stark muffig riecht, verwenden Sie sie vorerst nicht. Prüfen Sie auch den Aufbewahrungsbeutel, das Regal und die Schrankwand, wo sie gelagert war. Das Problem muss nicht nur an der Decke liegen.
Sichtbarer Schimmel in der voluminösen Füllung ist etwas anderes als der übliche Schrankgeruch. Bei porösen Materialien lässt sich die betroffene Stelle oft nicht zuverlässig reinigen. Bei einer wertvollen Decke wenden Sie sich an eine professionelle Reinigung; eine stark befallene Decke muss eventuell ersetzt werden. Wenn Sie auch in Ihrer Wohnung Feuchtigkeit feststellen, lesen Sie, warum sich schwarze Flecken um die Fenster immer wieder bilden.
Wie beugt man künftig muffigem Geruch vor?
Lagern Sie Sommer- oder Winterdecken erst ein, wenn sie sauber und vollständig trocken sind. Wählen Sie einen trockenen Ort und eine Hülle, die vor Staub schützt, aber die Decke nicht dauerhaft zusammendrückt oder in einem feuchten Schrank vergessen lässt. Vor der nächsten Saison wieder ausbreiten und lüften.
Schnelle Faustregel zum Schluss: Eine trockene, saubere Decke mit leichtem Lagergeruch sollte zuerst gelüftet werden. Bleibender Geruch und normale Flecken sind ein Grund, das Etikett zu prüfen und die Decke zu waschen. Feuchtigkeit oder Schimmelverdacht erfordern eine genauere Überprüfung.




















