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Im Campingplatz am Wasser ließ eine Gruppe die Musikbox bis vier Uhr morgens laufen. Das Sicherheitspersonal hatte Angst und weigerte sich einzugreifen

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Lukas Neudert
Er teilt praktische Tipps und Inspirationen für den Alltag — vom Kochen über den Garten bis zum Haushalt.
Polizei greift gegen laute Gruppe im Campingplatz ein.

Den Sommerurlaub im Zelt am südböhmischen Teich hatten wir mit Familie und Freunden monatelang geplant. Wir wählten einen ruhigeren Familiencampingplatz im Kiefernwald, der auf seiner Website und in der Hausordnung mit der strikten Einhaltung der Nachtruhe ab 22 Uhr warb, damit Familien mit Kindern in der Natur entspannen können. Wir zahlten nicht wenig für zwei Zeltplätze, ein Auto und die Kurtaxe an die Gemeinde und freuten uns auf ruhige Abende am Wasser, Würstchen am Lagerfeuer und das morgendliche Erwachen zum Vogelgesang.

Die ersten beiden Tage verliefen absolut ideal. Doch am Freitagnachmittag kamen zwei ältere Autos im Zeltbereich an, aus denen eine Gruppe von etwa acht jungen Leuten ausstieg. Schon beim Aufbau der großen Partyzelte war klar, dass sie nicht wegen der Ruhe gekommen waren. Sie öffneten Kisten mit Hochprozentigem und stellten einen riesigen kabellosen Lautsprecher in Koffergröße auf den Klapptisch.

Polizei greift gegen laute Gruppe im Campingplatz ein.

Punkt zehn Uhr abends, als die meisten Familien ihre müden Kinder schlafen legten, begann die eigentliche Hölle. Anstatt leiser zu werden, drehte die Gruppe die Lautstärke des Lautsprechers auf das absolute Maximum. Durch den Wald dröhnten harte Bässe und aggressive elektronische Musik, die die Zeltwände im Umkreis von fünfzig Metern vibrieren ließ. Dazu kamen betrunkenes Gebrüll, vulgäre Rufe und das Zertrümmern leerer Flaschen an den Steinen am Ufer. In unserem Zelt schliefen die Kinder nicht, sie hatten Angst vor dem Lärm und weinten.

Gegen Mitternacht, als die Situation völlig unerträglich wurde und aus den umliegenden Zelten weitere übermüdete Menschen ratlos herauskamen, machte ich mich auf den Weg zur Rezeption des Campingplatzes. An der Schranke saß in einer verglasten Kabine der Nachtwächter in Warnweste. Sachlich bat ich ihn, die Gruppe zur Ordnung zu rufen und die Musik abzustellen, da sie massiv gegen die Platzordnung verstoßen und niemand im Areal schlafen kann.

Der Wächter sah mich hilflos an, zuckte mit den Schultern und teilte mir trocken mit, dass er dort nicht alleine hingehe, weil sie betrunken und aggressiv seien und er sich für ein paar Euro pro Stunde nicht prügeln wolle. Er sei um elf schon bei ihnen gewesen, sie hätten ihn weggeschickt und mehr könne er nicht tun. Auf meinen Einwand, dass der Campingplatz dafür verantwortlich sei und in den Regeln das Verweisen von Problemgästen stehe, wandte er nur den Blick ab und schaute weiter in den kleinen Fernseher.

Morgen nach einer lauten Nacht, der ruhige Campingplatz erwacht.

Mir wurde klar, dass der offizielle Sicherheitsdienst des Campingplatzes völlig nutzlos ist und Angst vor der eigenen Aufgabe hat. Ich kehrte zu den Zelten zurück, wo bereits vier weitere verärgerte Väter standen. Wir waren uns einig, dass wir diese Rücksichtslosigkeit nicht die ganze Nacht ertragen würden. Anstatt das Risiko einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Betrunkenen einzugehen, griff ich zum Telefon und wählte die 110. Dem Polizeidisponenten schilderte ich die Situation: massive Störung der Nachtruhe im Erholungsgebiet, eine aggressive betrunkene Gruppe und völlige Untätigkeit des Campingplatzbetreibers.

Nach zwanzig Minuten fuhren zwei Polizeiwagen leise auf das Gelände. Vier uniformierte Polizisten gingen direkt zum dröhnenden Partyzelt. Innerhalb weniger Sekunden verstummte die Musik. Die Polizisten ließen sich von allen Beteiligten die Ausweise zeigen, ordneten sofort an, den Lautsprecher ins Auto zu packen, und verhängten gegen den Besitzer der Anlage vor Ort das höchstmögliche Bußgeld wegen nächtlicher Ruhestörung. Außerdem gingen die Polizisten zur Rezeption, wo sie dem Nachtwächter eine sehr deutliche Standpauke für das Versagen des Sicherheitsdienstes hielten.

Der Rest der Nacht verlief in absoluter Stille. Am Morgen verschwand die gesamte Gruppe mit eingepackten Zelten und gesenkten Köpfen aus dem Campingplatz, noch bevor die anderen aufwachten. Wir setzten beim Campingplatzleiter eine Ermäßigung für unseren Aufenthalt wegen des Versagens seines Personals durch. Für uns war klar: Wenn die Security, die für Ordnung sorgen soll, versagt, hat es keinen Sinn, sich die Nacht ruinieren zu lassen – die einzige wirksame Lösung ist der sofortige Einsatz der Polizei.

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