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Der Nachbar unter uns rauchte auf der Toilette in den Steigschächten. Der Gestank billiger Zigaretten zog direkt in unser Bad

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Lukas Neudert
Er teilt praktische Tipps und Inspirationen für den Alltag — vom Kochen über den Garten bis zum Haushalt.
Neu renoviertes Bad mit leisem Abluftventilator.

Das Leben in einem klassischen Plattenbau bringt immer die Notwendigkeit mit sich, kleinere Geräusche der Nachbarn zu tolerieren. Man gewöhnt sich an Schritte über dem Kopf, gelegentliches Spülen oder das Bellen eines Hundes im Flur. Was man aber nicht hinnehmen kann, ist, wenn jemand die eigene Wohnung mit stechendem Rauchgeruch verpestet. Unsere Wohnung im dritten Stock haben wir vor drei Jahren komplett renoviert. Wir haben neue Fliesen verlegt, saubere Wandverkleidungen angebracht und im Bad mit WC einen leisen Abluftventilator mit Rückschlagklappe installiert, damit wir immer frische Luft zu Hause haben.

Alles funktionierte wunderbar – bis in diesem Frühjahr ein neuer Mieter direkt unter uns einzog, ein Mann um die vierzig. Schon bald merkten wir, dass er starker Raucher war. Um sein frisch gemietetes Wohnzimmer nicht vollzuqualmen und nicht bei Kälte auf den Balkon oder vor das Haus gehen zu müssen, fand er eine unglaublich rücksichtslose Abkürzung. Er gewöhnte sich daran, auf der Toilette zu rauchen.

Neu renoviertes Bad mit leisem Abluftventilator.

Er setzte sich auf die Toilette, schaltete den kleinen Lüfter ein und blies den Rauch direkt in den Versorgungsschacht der Steigleitungen. Doch in einem Plattenbau ist die Luftzirkulation eine tückische Sache. Der gemeinsame Installationsschacht funktioniert wie ein riesiger Kamin, und wenn dort ein Überdruck entsteht, sucht sich der Rauch jede noch so kleine Ritze um Rohre und Dichtungen. Innerhalb weniger Tage verwandelten sich unser Bad und WC in eine Raucherhöhle der schlimmsten Sorte. Der Geruch von schwerem, billigem Tabak war so stark, dass er durch die angelehnte Tür bis in den Flur und sogar ins Schlafzimmer zog. Morgens betrat ich das Bad, um mir die Zähne zu putzen, und mir wurde sofort übel. Frisch gewaschene Handtücher und Badetücher, die auf der Leiter hingen, nahmen so sehr den kalten Zigarettenrauch an, dass sie sofort wieder in die Waschmaschine mussten.

Wir ertrugen das eine Woche lang. Er rauchte morgens um sechs, mittags, nachmittags nach der Arbeit und die letzte Zigarette rauchte er regelmäßig um Mitternacht. Wenn der Gestank unerträglich wurde, ging ich eine Etage tiefer und klingelte an seiner Tür. Er öffnete mir mit einer Zigarette in der Hand, und aus seiner Wohnung quoll eine Rauchwolke.

Ganz ruhig und höflich sagte ich zu ihm: „Guten Tag, Nachbar, Sie rauchen auf der Toilette und der Rauch zieht durch die Steigleitungen direkt zu uns nach oben. Unsere Handtücher stinken, man kann dort kaum atmen und der Gestank dringt in unsere Wohnung. Könnten Sie bitte auf dem Balkon rauchen oder vor die Haustür gehen?“

Der Mann musterte mich gleichgültig, blies den Rauch neben meinem Kopf in den Flur und sagte trocken: „Herr Nachbar, ich zahle für diese Wohnung Miete, ich bin in meiner Privatsphäre und auf der Toilette kann ich machen, was ich will. Kaufen Sie sich einen Lufterfrischer und lassen Sie mich in Ruhe.“ Bevor ich noch etwas sagen konnte, schlug er mir die Tür vor der Nase zu.

Abdichtung der Fugen um die Rohre gegen Rauch.

Mir wurde klar, dass eine normale nachbarschaftliche Einigung hier keine Chance hatte. Anstatt mich mit ihm auf dem Flur zu streiten, handelte ich an zwei Fronten. Zuerst kontaktierte ich den Eigentümer der Wohnung, der ihm die Räume vermietete. Ich schickte ihm eine Nachricht, dass sein Mieter in unbelüfteten Bereichen der Wohnung raucht und das ganze Haus verpestet, was einen groben Verstoß gegen die Hausordnung darstellt. Der Eigentümer war sehr unangenehm überrascht, denn im Mietvertrag stand ausdrücklich ein Rauchverbot in den Innenräumen, aus Angst vor der Beschädigung der frisch gestrichenen Wände.

Der zweite Schritt war technischer Natur. Ich öffnete die Revisionsklappe an unseren Steigleitungen, kaufte Montageschaum und speziellen Silikon-Dichtstoff und dichtete sorgfältig alle mikroskopisch kleinen Fugen um Rohre und Kabel ab, durch die Luft aus dem Schacht zu uns dringen konnte.

Der Wohnungseigentümer gab dem Mieter eine klare Verwarnung mit der Androhung einer sofortigen fristlosen Kündigung. Der Mann verstand, dass er zu weit gegangen war, und musste das Rauchen auf der Toilette sofort einstellen. Heute sehe ich ihn unten vor dem Haus in der Kälte mit einer Zigarette stehen. Im Bad ist es wieder sauber und frisch, aber für mich war es eine klare Erfahrung: Gegen Rücksichtslosigkeit im Mehrfamilienhaus hilft nur konsequenter Druck über den Eigentümer und gut abgedichtete Wände.

Das Bad ist wieder sauber und frisch.

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